Robert / Tinnitus
1. Sitzung (27.11.07) - Familie

Vorgespräch :
Robert hat seit diesem Jahr Probleme mit dem Kopf : Augen, Ohren, Konzentrationsschwäche, Schwindel. Seit etwa 10 Jahren hat er Tinnitus.
In der ersten Sitzung werden die Zusammenhänge deutlich gemacht.
Mit Session gegen Filmrechte: jetzt komprimiert beispielhaft zeigen, wie Synergetik funktioniert. Wie sich die Bilder verändern über einen Verlauf von 3-4 Sitzungen. Welche Bilder mit Gesundheit korrespondieren.

Tinnitus ist nichts anderes als ein Ton im Kopf, erzeugt durch viele Energien die gegeneinander arbeiten. Wie ein Wasserkessel, in dem soviel Spannung herrscht, dass er zu pfeifen beginnt. Es geht darum diese Energien wieder in Gleichklang zu bringen und die Spannung aufzulösen. Wir nehmen den Stress heraus, das was sich im Laufe der Jahre angesammelt und aufgebaut hat. Durch Rückkopplung und Selbstorganisation. Z.B. wenn die Innenwelteltern nicht miteinander können. Das, was die Eltern versäumt haben.

Session:
Robert gelangt vor eine hellbraune Tür und schreibt sein Thema Tinnitus darauf. In dem Raum ist alles total hell. „Ich sehe nur weisses Licht.“ Robert läuft sicher auf dem dunklen Boden und er kann kichernde Tiere wahrnehmen: ein kleines Krokodil. Es sind einige lachende Augen da, die Robert fragen, was er da macht. Sie geben den Hinweis bezüglich des Tinnitus, dass sie alles wissen, und dass Robert einfach weitergehen soll. Robert geht gerade aus und die Tiere begleiten ihn. Sie sind immer hinter ihm. Es wird dunkel und Robert kommt vor eine grosse weisse Tür. Er öffnet sie und ist in Dunkelheit gehüllt. Robert nimmt wahr, dass er in einer gemütlichen, kleinen Wohnung ist, in der sich ein Schaukelstuhl und ein Fernseher befinden. Ein alter Mann mit einer Pfeife taucht auf. Er gibt die Botschaft, dass hier alles angefangen hat und dass Robert sich alles im den Fernseher anschauen soll.
Robert sieht einen schönen Sandstrand am Meer. Er erinnert sich in diesem Moment an einen Horrorfilm „Nightmere“, den er als Kind gesehen hat, und einen aktuellen Film „Lost“. Er geht in den letzteren Film hinein und läuft dort am Strand entlang. Der Horrorfilm kommt dazu und Robert kommt in folgende Szene.

Robert ist 12/13 Jahre alt als er den Film „Nightmere“ gesehen hat und daraufhin Alpträume hatte. Er holt den Freddy Krüger aus dem Film herbei und spricht ihn direkt an. „Früher habe ich sehr Angst vor die gehabt; heute allerdings nicht mehr.“ Freddy antwortet, dass er trotzdem immer noch hier sitzt und er bestätigt, dass er zu 10% am Tinnitus beteiligt ist. Er ist bereit bei der Auflösung mit zu helfen. „Ich habe ihn im Griff.“ Freddy geht voran und zeigt Robert den Weg. Im Meer taucht der weisse Hai aus dem Kinofilm auf. „Vor dem habe ich auch total Angst gehabt.“ Der Hai und Freddy wissen jetzt nicht mehr weiter.

Robert geht wieder zu dem alten Mann und der erklärt, dass diese Horrorfilme zum Tinnitus beigetragen haben. Robert hat im Alter von 12-14 viele dieser Filme gesehen, die ihm Angst gemacht haben und für die er noch nicht bereit war.

Was war die Attraktion für den 12-jährigen? „Das war total spannend.“ Der Grosse geht zum kleinen Robert, der vor dem Computer sitzt. Robert macht ihm klar, wie es ihm heute geht. „Ich leide stark unter diesem Ton, kannst du mir helfen?“ Der Kleine verweist Robert auf seine Kindheit. Der 12-jährige nickt.

Robert’s Mutter taucht fröhlich auf. Er selbst ist ca. 12/13 Jahre alt. Sie ist aber zugleich auch traurig. Robert weint und ist sehr berührt. „Ich möchte dir danken, dass du mein ganzes Leben auf mich geachtet hast und dass das sehr schmerzlich für dich war.“ Robert’s Mutter ist seit einem Jahr an einem Gehirntumor erkrankt und schwer beeinträchtigt. Sie kann ihn nicht mehr wirklich wahrnehmen und liegt im Sterben.

Die Mutter in der Innenwelt ist glücklich darüber Robert zu treffen. Sie gibt ihm zu verstehen, dass sie ihre Aufgabe hier erledigt hat und es Zeit ist sich zu verabschieden. „Es fällt mir schwer, aber ich lasse dich jetzt gehen. Ich danke dir für die schöne Zeit, die du mir gegeben hat.“

Die Mutter weiss nichts zum Thema Tinnitus und schickt Robert zu seinem Vater. Sie ist bereit Robert auf seiner Reise begleiten, Robert merkt aber, dass er sie nicht unbedingt dabei haben will.

Die anderen Innenweltfiguren tauchen jubelnd auf und bestärken Robert, dass er den ersten Schritt bestanden hat.
Robert kommt wieder zum alten Mann in dem Schaukelstuhl, der ihn auch an seinem Vater verweist.

Robert ist daraufhin in sein Elternhaus in Rumänien. Sein Vater sitzt in der Küche beim Essen. Der Vater ist so kühl wie immer und bekräftigt, indem er energisch auf den Tisch haut, dass er nichts mit dem Tinnitus zu tun hat.

Robert holt die anderen Innenweltfiguren her, die bekräftigen, dass der Vater wohl damit zu tun hat. Dieser streitet erst noch ab, gibt dann aber zu, dass einiges schief gelaufen ist: er war immer sehr kalt zu Robert, was ihm Leid tut. Robert lässt sich von seinem Vater zu diesen Momenten führen.

Robert ist 5/6 Jahre alt und er sitzt mit dem Vater bei Tisch. Robert hat sich viel auf seinen Teller geladen. Sein Vater schaut böse und Robert muss alles aufessen. Robert geht als Grosser mit dazu und konfroberttiert seinen Vater. „Was du alles angerichtet hast, das ich jetzt ausbaden muss. Du warst so dumm!“

Das ist ein Baustein des Tinnitus. Robert fordert eine Entschuldigung. Der Vater weint und umarmt ihn und seine Mutter. „Du hast meine Mutter nie umarmt und ungerecht behandelt.“ Der kleine Robert hat das alles wahrgenommen und gespeichert. Das ist eine tiefer Grund für den Tinnitus. Robert ist dabei sehr berührt und weint. „Ich wusste gar nicht, dass mit das so weh tut.“ Er fordert vom Vater seine Mutter gut zu behandeln und setzt sich mit ihm auseinander. „Meine Mutter ist wegen dir zum Teil krank geworden. Sie hat mich immer beschützt. Das hast du nicht gemacht. Du warst so ein fauler Hund und nur auf dich konzentriert. So bin ich auch teilweise. Ich laufe auch ständig davon. Das will ich nicht.“ Robert fordert vom Vater, sich zu ändern und seine Aufgabe in der Familie zu übernehmen, so dass auch Robert endlich glücklich werden kann. Der Vater entschuldigt sich und sieht seine Fehler ein.

Der Therapeut schlägt vor, als Test eine Situation auftauchen zu lassen, wo sich der Vater daneben benommen hat.

Robert sieht eine Szene, wo der Vater mit seiner Mutter schimpft; der einsichtige Vater geht dazu und haut ihm eine runter. Sein Vater nimmt die Mutter in den Arm. Der kleine Robert hüpft vor Freude auf dem Tisch: „Das habe ich mir mein ganzes Leben lang gewünscht. Und zum ersten mal erlebe ich es jetzt auch.“ Robert fühlt eine angenehme Klarheit im Kopf. Der Tinnitus ist noch da, er fühlt aber eine Leichtigkeit im Kopf. „Als ob sich etwas ändert.“

Der Therapeut spielt lange Musik zum ankern ein, damit Robert dieses Gefühl voll spüren kann. „Ich hatte das Gefühl, vollkommen locker und leicht schweben zu können. Das hatte ich schon lange nicht mehr, wenn überhaupt.“

Der alte Mann kommt wider und erklärt Robert, dass er einen wichtigen Teil verstanden hätte. Es gebe aber noch genug anzuschauen. Der Mann bestätigt, dass er Robert’s inneres Ich ist, eine Art weise Instanz.

An der Stelle muss Robert dringend zur Toilette.

Der alte Mann gibt ihm zu verstehen, dass Robert ihm vertrauen kann. Er schlägt ihm vor, aus dem Fenster zu sehen, um das nächste Kapitel, seine Schulzeit, anzuschauen. „Das ist mir nicht so angenehm.“

Der kleine Robert ist 8 Jahre alt und geht in die 2. Klasse. Es ist einer seiner ersten Tage in der Schule. Er hat Probleme mit der Sprache, weil er erst mit 7 Jahren aus Rumänien in die Schweiz kam.

Dem Kleinen fällt es schwer morgens aufzustehen. Er hat überhaupt kein Lust und ist völlig apathisch. Der Grosse geht zu ihm. Der Kleine nimmt ihn nicht ernst. „Er nimmt niemanden ernst.“

Robert nimmt ihn mit in die Zukunft, damit der Kleine sehen kann, wie es ihm ergehen wird. „Das hätte er nie gedacht.“ Er ist daraufhin bereit mit zu helfen.
Der Kleine hat seine Freude verloren. Er zeigt die Situation, wo er von seinem Vater losgerissen worden ist.

Robert geht mit dem Kleinen genau in die Situation in Ungarn. Die Mutter ist total gestresst und flieht mit ihrem Sohn vor dem Vater. „Dein Vater ist ein Lügner und ein fauler Sack. Ich möchte uns ein schönes Leben ermöglichen.“ Robert erklärt seiner Mutter, dass er da seine Freude verloren hat. Die Mutter hat wenig Zeit für den Kleinen. „Ich verschliesse mich vor der ganzen Welt und meiner Freude.“ In diesem Zwiespalt steckt Robert. Er holt seinen Vater dazu. Der entschuldigt sich und bekennt, dass er schon eine Familie, einen Sohn, zugrunde gerichtet hat. Er fragt Robert, was er tun kann, um es zu ändern. Der Vater möchte mitkommen und die Mutter freut sich darüber. Sie gehen jetzt zu dritt in die Schweiz.

Für den kleinen Robert verändert sich die ganze Welt. Er strahlt und freut sich richtig. Er ist zu hause und spielt mit seinen Eltern. Er sitzt nicht mehr vor dem Computer, um seine Angst wegzudrücken.

Robert fragt die Monster aus den Filmen, ob er sie deswegen geschaut hat, dass er nicht so alleine ist. Dem Kleinen war langweilig und er hat sich die Horrorwelt gesucht, um seine Gefühle zu zudecken. Robert zeigt seinen Eltern diese Horrorfiguren. „Das passiert dem kleinen Robert, wenn ihr ihn alleine lasst, um seine Gefühle wegzudrücken.“ Es geht jetzt um die Verständigung zwischen Robert und seinen Eltern. Die Eltern sind ziemlich hilflos und sagen, sie waren selber nicht so weit. Robert empfindet seine Eltern immer schon als Kinder. Robert hat früh angefangen Ersatzpapa und –Vater für seine Mutter zu sein.

Der kleine Robert ist total verblüfft, er geniesst das Zusammensein mit seinen Eltern. Der grosse Robert wundert sich nicht: „Alles, was passiert ist, hat passieren müssen. Damit ich gewisse Erfahrungen machen konnte. Jeder hat seine Rolle gehabt. Jetzt ist es an der Zeit gewisse Bilder loszulassen.“

Robert gelangt daraufhin wieder als 8-jähriger in die Schulklasse, wo er sich total verloren fühlt. „Er weiss einfach nicht, was er da machen soll.“ Der Druck baut sich im laufe der Zeit auf bis in die höheren Klassen. Robert hat immer schlechte Leistungen.


Ausserdem hat Robert das Erlebnis in eine Schlägerei verwickelt zu werden.
Seit der Zeit hat er Angst sich zu konfroberttieren und er hat Angst vor Schlägertypen.


Robert holt seinen Vater dazu und zeigt ihm, dass das schon mit ihm angefangen hat, als er ihn immer angeschrien und Angst gemacht hat. „Du hast mir immer Angst gemacht. Und deswegen habe ich immer Angst vor Schlägertypen.“

Robert befindet sich nun im Pausenhof und hänselt andere. Er wird daraufhin verprügelt und zieht sich noch mehr zurück. Der Kleine verliert da ein grosses Stück seiner Freude. Robert setzt sich mit dem kleinen Robert auseinander: „Merkst du nicht, dass du alle nervst? So bekommst du keine Freunde.“ Der Kleine ist erst aggressiv und will den Grossen schlagen, macht dann aber einer Rückzieher vor der Konfroberttation. Der Grosse zeigt dem Kleinen seine Zukunft, was aus ihm wird. Wieder auf dem Pausenhof gibt der Grosse den Rat, auf aufgeschlossener zu den anderen zu sein, mit mehr Freude auf die anderen zuzugehen.

Der Kleine sagt, es fehlt ihm die Kraft. Er hat niemanden, der ihm helfen kann. Ihm fehlt seine Familie. Der Grosse bietet ihm seine Hilfe und Unterstützung an. Der Kleine ist verständig und erzählt, dass genau in dieser Zeit seine Augen schlechter – kurzsichtig - geworden sind. „Du willst den Zusammenhang nicht sehen und hälst die Welt für schlecht.“ Ab da setzten sich seine unterdrückten Gefühle in körperliche Symptome um.


Robert wurde früh aus der Kindheit geschmissen, was aber auch eine riesen Chance darstellt. Mehr zu sehen, wahrzunehmen als die anderen. Nicht zu zumachen oder wegzulaufen. Der Kleine entscheidet sich dafür hinzuschauen.

Robert schlägt ihm vor, über Probleme mit seiner Mutter zu reden. Der Kleine gibt zu, dass er sich von ihr entfernt und verschlossen hat und ihr nie seine Zuneigung und Liebe gezeigt hat. Der Kleine holt seine Mutter von damals. „Ich kann dir meine Gefühle nicht zeigen, weil ich so viele Probleme habe und so gefordert bin.“ Die Mutter nimmt ihn in die Arme. Sie zeigt, dass sie ihn immer liebt und ihn annimmt. „Das macht mich auch stinksauer, dass wir immer zu zweit sind, ohne meinen Vater. Deswegen bin ich manchmal kalt.“ Die Mama entschuldigt sich, dass sie Robert keine bessere Familie bieten konnte. Robert holt den Vater mit hinzu und zeigt ihm, wie er selbst die Freude verloren hat. Der Vater sitzt da und weint, er kann es schon langsam nicht mehr hören, was er alles falsch gemacht hat. Der Vater nimmt wieder die Mutter und Robert in den Arm.

Um diese Verständigung untereinander geht es.


Der alte Mann im Sessel taucht wieder auf. Robert bedankt sich bei ihm für seine Führung und Begleitung.
Robert geht in den Anfangsraum, der jetzt teilweise eine grüne Landschaft, eine fröhliche Natur ist... aber noch nicht richtig. „Es fängt langsam an zu leben.“