Sessionverlauf Udo

1. Session: Akzeptieren 2. Session: Angstraum 3. Session: Vertrauen 4. Session: Entscheidung 5. Session: Durchsetzung 6. Session: Lehrer 7. Session: Integration

3. Vertrauen

Als Udo den Gang gelangt sind alle Türen offen. Hinter einer Tür nimmt er einen riesigen Garten wahr. Die Sonne scheint und es ist warm. Überall sind Blumen und es gibt Vögel. Udo läuft barfuss und allein durch den Garten. „Es ist alles wunderschön.“ . Seine Freundin kommt dazu und sie gehen gemeinsam weiter. „Wir sind beide richtig glücklich.“

Udo Freundin fällt plötzlich um und reagiert nicht mehr. Er versucht ihr zu helfen, kann aber nicht. Der Garten verändert sich und Udo befindet sich jetzt auf einem Gehsteig neben einer Strasse. Seine Freundin liegt am Gehsteig. Leute gehen vorbei, kümmern sich aber nicht. „Kann uns denn niemand helfen?“ Sanitäter kommen und fahren mit der Freundin weg. Udo bleibt ganz allein zurück. „Sie sagen mir nicht wohin sie sie mitnehmen. Sie fahren einfach weg.“ Udo kennt diese Situation aus seinem Leben. Seine Freundin liegt nachts schreiend neben ihm im Bett. Er kann sie nicht wecken und ihr helfen. Am morgen fühlt sich seine Freundin schlecht, kann sich aber nicht erinnern. Udo erzählt ihr daher nicht, was er mit ihr in der Nacht erlebt hat. Er spricht jetzt mit seiner Freundin. „Das hat mich total ängstlich und hilflos gemacht.“

Der Therapeut schlägt vor, in die Innenwelt der Freundin einzusteigen und sozusagen den Film im Film anzuschauen.
Die Mutter der Freundin kommt dazu. Diese versucht ebenso zu helfen und kann nicht. Udo spürt an dieser Stelle bei sich und der Freundin eine Verkrampfung, wie ein epileptischer Anfall, der nicht zu kontrollieren ist. „Ich sehe, dass sich in dir auch alles dreht.“ Beide spüren diese Verkrampfung und versuchen gemeinsam los zu lassen. Udo atmet intensiv. Er sieht in den Augen seiner Freundin einerseits das gemeinsame Glücklichsein und andererseits die Angst, von dem epileptischen Anfall kontrolliert zu werden.

Der Therapeut rät die Angst anzusprechen. „Warum lässt du uns nicht einfach beide zusammensein und verschwindest. Dir macht das so richtig Spass! Wir wollen nicht dass du uns Angst machst.“ Die Angst will Udo und seine Freundin kontrollieren und er spürt ein Gefühl der Ohnmacht. Udo bearbeitet die Angst mit dem Dhyando. Seine Freundin hilft ihm dabei. „Du wirst uns nicht mehr kontrollieren.“
„Die Angst bekommt jetzt Angst vor sich selber.“

Das bedeutet sie hat sich integriert. Udo hat das Potential der Angst transformiert und sich ihre Stärke zu eigen gemacht. Der epileptische Anfall ist komplett weg.
Der Therapeut macht den Vorschlag nach der Mutter der Freundin zu sehen. Die drei liegen sich in den Armen. Sie befinden sich plötzlich wieder im hellen und freundlichen Garten. Vögel und Schmetterlinge fliegen herum. Blumen blühen. „Absolut traumhaft.“ Die Mutter verabschiedet sich und Udo bewundert zusammen mit seiner Freundin die Schönheit der Natur. Sie kommen an eine Holzbrücke über einen Fluss mit klarem Wasser.

Udo bricht plötzlich auf der Brücke ein und fällt ins Wasser, das nun ein Schwimmbecken ist. Er ist 4/5 Jahre alt und kann noch gar nicht schwimmen. „Die Leute um mich herum bekommen das gar nicht mit. Ich habe Angst unterzugehen.“ Seine Mutter zieht Udo im letzten Moment heraus. Udo atmet intensiv. Er ist glücklich, dass er gerettet worden ist. Die Mutter nimmt ihn fest in den Arm.

Dieses Erlebnis hat dem kleinen Udo folgendes gezeigt: er hat mit dem Leben experimentiert und die Erfahrung gemacht, dass ihm geholfen wurde; er hat gelernt nicht nur sich selbst zu vertrauen, sondern auch dem Leben zu vertrauen.
Udo erkennt, dass er den Anspruch an sich hat, immer genau zu wissen, was er macht. Er will alles richtig und perfekt machen. „Das bedrückt mich. Mein ständiger Perfektionismus. Ständig Angst etwas falsch zu machen.“
Udo macht an dieser Stelle einen Test: Der Kleine springt in den Pool, obwohl er nicht schwimmen kann, und erlebt was passiert. Die Mutter will wieder helfend eingreifen, aber der Kleine lässt sich nicht herausziehen. „Er kann plötzlich schwimmen.“ . Der Kleine erklärt, dass es das Vertrauen in seine Umwelt und in das Leben ist, weswegen er plötzlich schwimmen kann. Die Mutter ist ganz stolz und begeistert, dass er nun das Vertrauen hat.

Udo ruft jetzt eine Situation in seinem heutigen Leben auf: Er muss Entscheidungen treffen für seine Kollegen wegen eines technischen Problems, mit dem er aber gar nicht vertraut ist. Der Therapeut regt an, einfach diese neue Erfahrung mit dem Vertrauen zu machen.

Udo stellt sich jetzt vor, dass das Problem ein Becken voller Wasser ist und er einfach nur reinspringen muss. „Ich fühl mich nicht wirklich gut. Ich versuch mich über Wasser zu halten.“ Die Kollegen stehen am Beckenrand und feuern ihn an. Das hilft Udo sich leichter über Wasser zu halten. Es geht um Vertrauen in die Existenz. „Es geht irgendwie. Ich bleibe über Wasser, komme aber nicht wirklich vorwärts.“

Udo stellt fest, dass er sich leichter täte und auch vorwärts kommen würde, wenn er vorher schwimmen gelernt hätte.
Die Angst ist zwar bearbeitet und aufgelöst, es geht im weiteren Verlauf aber darum Ereignisse aufzudecken, wo Udo „schwimmen lernen“ kann. Das ist der nächste Schritt.

Udo Chef aus der Firma kommt dazu um ihm zu helfen....

4. Session: Entscheidung