Sesssionverlauf Udo

1. Session: Akzeptieren 2. Session: Angstraum 3. Session: Vertrauen 4. Session: Entscheidung 5. Session: Durchsetzung 6. Session: Lehrer 7. Session: Integration


7. Integration

Udo kommt in einen Gang in warmen Farben, links und rechts befinden sich Torbögen. Alles ist offen und hell. Die Atmosphäre verleiht ihm Sicherheit. Er folgt Geräuschen, die aus einem Raum rechts hinten kommen und gelangt in die Küche, die hell und warm ist. Dort sitzt bereits die ganze Familie beim Frühstück zusammen. „Ich fühl mich so, als ob ich da nicht dazugehöre. Ihr seid so fröhlich. Ich fühle mich eher traurig.“
Udo lässt die Traurigkeit als Gestalt umsetzen und der Vater erscheint mit einem sehr angespannten und strengen Ausdruck. Udo erfährt von ihm, dass er sich nicht gut fühlt. Udo hat den Impuls dem Vater zu helfen seine eigenen Gefühle zu finden. Der Therapeut rät Udo, den Vater mehr als Kind zu sehen. Denn in der Kindheit hat der Vater offensichtlich etwas verloren. „Sein Vater hat ihm so schrecklich gefehlt.“

Udo nimmt die Vermittlerrolle zwischen dem Opa und dem Papa ein. Der Stiefvater kommt ebenfalls mit dazu. Zwischen dem Vater und dem Stiefvater herrscht grosse Spannung. Der Stiefvater steht dem Vater und dem Opa gegenüber. „Mein Vater war für den Stiefvater immer nur lästig.“ Udo spürt diese Belastung beim Vater. „Keiner ist bereit einen Schritt auf den anderen zu zu gehen.“

Es geht darum dass Vater und Stiefvater sich annehmen. Plötzlich sind der Vater und Stiefvater beide wieder Kinder. „Beide sind da total offen.“ Damit alle dieselbe Ebene haben, geht Udo auch als kleiner Junge dazu. Sie spielen alle drei miteinander und sind fröhlich und unbeschwert.
Dann kommt der Krieg, der alles auseinander reisst. Udo fragt seinen Vater nach den Ereignissen, die ihn von seinen Gefühlen abgeschnitten haben. „Er hatte viele Jahre keinen Vater, weil der im Krieg war.“ Da hatte er aber noch Gefühle, nämlich die Sehnsucht und das Vermissen. Welches Ereignis hat dazu geführt, dass er seine Gefühle abgeschnitten hat. Der Vater von Udo hat ständig Ablehnung von seinem Stiefvater erfahren. „Das hat meinem Vater wahnsinnig weh getan. Er wird immer nur unterdrückt.“ Der Stiefvater soll eine Farbe bekommen, dafür dass er den Vater als Mensch wahrnimmt und die Aufgabe übernimmt, sich um ihn zu kümmern. Er wählt die Farbe gelb. „Es ist so als ob in ihn mit dieser Farbe Gefühle einfliessen.“ Der Stiefvater steht dem Vater jetzt nicht mehr ablehnend gegenüber, sonder spricht verständnisvoll mit ihm. Die gelbe Farbe fliesst nun auch von selbst in Udo’ Vater als Kind, so als ob Gefühle in Ihn hineinfliessen. Sein Stiefvater und er nehmen sich gegenseitig in den Arm und beide weinen. „Das sind Freudentränen. Das ist toll für mich, zu sehen wie du Gefühle hast und weinen kannst.“ Der Vater nimmt Udo auch in den Arm. Alle drei weinen zusammen. „Das tut so gut. Dieses Gefühl sich gegenseitig akzeptieren.“ Der richtige Opa kommt aus der Kriegsgefangenschaft zurück und setzt sich mit dazu. Er weint auch. „Das ist ein sehr erlösendes Gefühl. Wir sitzen zusammen, halten uns gegenseitig fest und weinen zusammen.“ Udo spürt eine tiefes Gefühl der Gemeinschaft. Auch zwischen dem richtigen Opa und dem Stiefvater nimmt er keine Spannung mehr wahr.

Der Therapeut macht Udo den Vorschlag diese Veränderung auf seine Kindheit wirken zu lassen und verschiedene Szenen auftauchen zu lassen.
Udo nimmt seinen Vater viel gefühlvoller und verständnisvoller wahr. Die Spannung zwischen den beiden ist nicht mehr da. Der Vater geht auf ihn ein und er kann sich Gefühle erlauben. „Wir sind uns jetzt viel näher.“ Der Vater umarmt Udo und bedankt sich, dass er ihm geholfen hat seine Gefühle zu finden. Er fühlt sich durch die gefühlsmässige Unterstützung seines Vaters richtig stark. „Wir sind beide total glücklich damit.“
Udo kann auch viel leichter mit seinem Vater diskutieren, weil nun Gefühle in die Diskussion mit einfliessen können, nicht nur Argumente. Der Vater schreit Udo jetzt nicht mehr an, er vertritt zwar seine Meinung, akzeptiert aber auch Udo’ Meinung. Udo fragt seinen Vater, ob er nun hinter ihm steht, auch wenn sie unterschiedlicher Meinung sind. Der Vater kann seine Meinung mitteilen und Vorschläge machen und Udo entscheidet selbst, was er machen will. Der Vater stimmt zu, er steht hinter Udo. „Das stärkt mich unglaublich.“

Udo holt sein inneres Kind dazu. Der Kleine, ca. 5 – 6 Jahre alt, ist fröhlich und spielt im Sandkasten. Die Eltern kommen und stellen sich hinter ihn. Zum Vater spürt der Kleine aber noch einen gewissen Abstand. Der Kleine ruft den Papa näher zu sich heran. Der kommt näher, aber nicht so nah wie die Mama.

Der Therapeut erklärt, das der Bezug zum Papa auch nicht identisch mit dem zur Mama sein muss. Es geht nur darum, dass sich der Kleine mit diesem Zustand wohl fühlt. „Er möchte aber den Papa auch so nah wie die Mama, direkt hinter sich spüren.“ Der Papa kommt näher, aber es fällt ihm schwer. „Er wird nie so viel Gefühl haben wie die Mama.“ Udo erkennt, dass das in Ordnung ist. Für die Mama stehen eben Gefühle im Vordergrund, für den Vater das rationale Denken. Das kann Udo von seinem Vater lernen. Von der Mutter lernt Udo den Aspekte der Gefühle. Beide ergänzen sich.
„Das ist jetzt ein gutes Gefühl für mich, dass ihr mich mit euren Fähigkeiten unterstützt.“ Die Eltern bestätigen das.
Udo geht mit dieser inneren Wirklichkeit in seine Arbeitswelt. Die Kollegen gehen mit ihm ganz normal um und behandeln ihn nicht wie ein rohes Ei wegen seiner Krankheit. Sie akzeptieren ihn voll. Udo bekommt von seinem Chef die Schulung, bei der er seine Fähigkeit Entscheidungen zu treffen trainiert.

Udo überprüft nun seine Entscheidungsfähigkeit und was er für ein Gefühl dabei hat, wenn er Entscheidungen treffen muss. „Es fällt mir jetzt viel leichter, weil ich viel mehr Selbstvertrauen hab, indem ich von beiden Eltern Unterstützung bekomme.“

„Mein Lebensgefühl ist viel positiver geworden.“